Die Radklassiker Köln sind ja schon Legende. Der Samstag gehört traditionell der Tour und der Sonntag der Börse. Da ich den Sommer über kaum in die Pedale getreten hatte und die Tourbeschreibung auch mit keinem meiner fitten Räder zur Deckung gebracht werden konnte, habe ich Weise auf den Teil der Reise am Samstag verzichtet (analog zu den Ameisen bei Ringelnatz).

Also am Sonntag zu einer unchristlichen Zeit (ich bin protestantisch aufgewachsen, da begann der Kindergottesdienst um 11.00) und mit dem Bulli nach Köln. Schließlich wollen wir uns die Kauflaune nicht durch Platzmangel verderben lassen. Diesmal hatte ich auch gleich darauf verzichtet mir einen Einkaufszettel zu schreiben. Hat auf den letzten Börsen schließlich auch nur rudimentär funktioniert.



Bei unserer Ankunft ließ das zugeparkte Umfeld darauf schließen, dass unsere Aufbruchszeit anscheinend noch nicht unchristlich genug war. Allerdings wurden wir von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Das war natürlich besonders erfreulich, da ein Großteil der Stände im Außenbereich aufgestellt waren. Direkt nach der Kasse sind sowohl PianoThomas als auch Le Cingle’ verschwunden. Diese Szene wiederholt sich auf jeder Börse. Während Piano Thomas durch seine Größe schnell wieder zu finden ist indem ich kurz hochspringe und ihn andere überragen sehe, ist das Auffinden von Werner immer etwas schwieriger. Er sucht in leicht gebeugter Haltung nach den Trüffeln des Tages.


Da sowohl unter den Besuchern als auch unter den Standbetreibern zahlreiche Forumsmitglieder sind, bekommt man nach und nach Gesichter zu den Pseudonymen und den ein oder anderen Klarnamen.
Mir ging es auch in Köln wie auf vielen Börsen. Im ersten Überblicksrundgang macht sich die Einsicht breit, dass nichts für mich dabei ist und die Hobbykasse heute geschont bleibt. Erst beim den weiteren Runden fällt mir das ein oder andere Teil ins Auge, das auch in den Rucksack wandert. Zum Schluß ist der Rucksack dann doch so voll wie in der Fernsehserie „Wunderschön“, wird aber nicht verlost.



Genauso wichtig wie die Vervollständigung des Teilevorrats sind aber auch die vielen netten Gespräche mit anderen Verrückten der Stahlradszene. Da wird schonmal ein Bier ausgegeben, weil wir so bemitleidenswert aussehen ob unserer vollen Rücksäcke oder im Gespräch bekommt man doch noch den Hinweis auf genau das Bauteil, das man sich erhofft hat zu finden. Köln hat sich gelohnt und wird sicher zu einem festen Termin in meinem Kalender. Vielleicht in 2024 mit Ausfahrt.
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