Unstrut-Radtour #03

Heute war nun eigentlich zweite Teil der Tour, bei uns jedoch der dritte Radeltag angesetzt. Von Bad Langensalza ging es nach Artern. Die Strecke war ein abwechslungsreicher Weg aus kurzen Straßenabschnitten, asphaltierten Radwegen durch die Felder und gut befahrbaren Schotterwegen. Man stellt immer wieder fest, dass die Bevölkerung in den kleinen Ortschaften den Rad-Tourismus entlang der Unstrut nicht nur wahrnimmt, sondern anscheinend auch begrüßt.

Natürlich gibt es an der ein oder anderen Stelle Einkehrmöglichkeiten, die vom Rad-Tourismus leben aber man findet einfach auch kleine selbst gemachte Hinweise, sei’s ein altes Rad mit Blumen geschmückt oder ein stilisiertes Rad aus Metall mit dem Schild gute Fahrt darüber.

Der erste Ort, den wir durchfahren, ist Nägelstedt. Kurz hinter dem Ort geht es über Feldwege weiter. Es begegnet uns eine Kutsche, mit der eine Kindergartengruppe einen Ausflug macht. Die Unstrut fließt in diesem Bereich in einem natürlichen Bett und bietet immer wieder malerische Motive. In regelmäßigen Abständen sind Rastplätze eingerichtet, unter denen auch ein kurzes Schauer abgewartet werden kann.

Das alte Schloss in Gebese hat wieder einen privaten Besitzer gefunden und das Haupthaus ist bereits renoviert. Das Torhaus mit schönem Wappenornament wartet noch auf die Instandsetzung. Als wir durch das Torhaus blicken, werden wir von einem Bürger angesprochen, der uns gleich anbietet, weil er sowieso auf dem Weg ist, uns die Katharinenkirche zu zeigen. Eine kleine, über die Zeit nach 1945 lange vernachlässigte Kirche aus dem neunten Jahrhundert mit schön bemalten Emporengestühl. Im Gespräch mit ihm müssen wir jedoch feststellen, dass wir dem intensiven Thüringisch noch nicht gewachsen sind.

Weiter geht’s auf der gut ausgeschilderten Route durch weite Felder mit wenig Erhebungen nach Sömmerda. Hier wollen wir unsere heutige Mittagspause einlegen. Auch hier ist die Fußgängerzone frisch hergerichtet. Ladestationen für E-Bikes stehen bereit und als wir den Ort wieder verlassen, fahren wir durch anspruchsvolle Parkanlagen. Schon beim Mittagessen kamen wir kurz mit weiteren Radlern ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass die meisten die gleichen Streckenabschnitte gewählt haben. Und wie selbstverständlich treffen wir sie auf dem Abschnitt nach Artern auch wieder, da die Pausenintervalle etwas unterschiedlich sind.

Nach gut 80 km treffen wir in Artern ein. Nun noch schnell die Hoteladresse ins Navi eingegeben und auf kürzestem Wege durch den Ort, denn schließlich können wir uns die Sehenswürdigkeiten auch nachher auf dem Gang zum Abendessen noch ansehen. Allerdings müssen wir hier feststellen, dass wir der Adresse des Hotels Weinberg nicht genügend Bedeutung bei der Buchung beigemessen haben. Das Hotel liegt am höchsten Punkt des Ortes und das letzte Straßenstück weist eine stattliche Steigung von 17 % auf. Um keine falschen Leistungen vorzugaukeln: das Stück haben wir geschoben. Aber dafür werden wir mit einer Weitsicht von der Hotelterrasse mindestens über das letzte Viertel der Tour belohnt.

Die Sehenswürdigkeiten des Ortes werden wir uns dann morgen betrachten, denn noch einmal werden wir den höchsten Punkt nicht verlassen.

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