Alternativlos

Summery: After the end of the Berlin bike show in December 2018, the team from kolektif and RadRace set up a new trade fair within a very short time. The „Motorenwerk“ in Berlin, although a bit out of the way, was the perfect setting. In addition to the big bike brands Rose and Canyon, some exciting labels were won and in the hall was a great atmosphere. A very good event to wish for a continuation in 2020

Freitag der 8.3. Die Leute von RadRace und kolektif haben es tatsächlich geschafft. Heute steigt die Eröffnung der kolektif bike fair in Berlin. Wir sind schon am Mittag angereist und haben ein Stück Berliner Kunstleben genossen. Nun geht es mit den Öffies raus ins Motorwerk nach Weißensee. Man wünscht sich eine laue Sommernacht und ein gutes Bike um den Weg unter die Räder zu nehmen aber bei Wind und Regen ziehe ich die Tram vor. Um 18 h ist das Softopening angesetzt. Das Klinkergebäude des Motorenwerks ist farbig ausgeleuchtet, die Garderobe schon ein wenig belegt und wir werden ins Obergeschoß geleitet. Als wir in den Raum kommen, spürt man die Spannung der Szene aber schon der Blick über die Brüstung in die Halle beruhigt. Der Abend wird nicht langweilig. Alex von Bike Citizens zeigt mir wo das Bier steht und die ersten bekannten Gesichter sind entdeckt. Die Leute von kolektif und RadRace kommen vor den Screen und erzählen locker von den letzten Wochen der Organisation. Die Szene dankt es mit Applaus. Schon jetzt kommt das Gefühl auf, dass die Bike-Szene wieder eine Heimat in Berlin hat. Fast zu bescheiden stehen sie da und doch wissen die Meisten, welchen Aufwand es bedeutet in so kurzer Zeit eine Messe auf die Beine zu stellen. Der Sponsor Rose unterstützt das Opening durch die Präsentation des neuen Carbohnrahmens CPTL und hat sich als besonderen Hingucker die Leute vom Kollektiv Tape That eingekauft. Sie haben drei Rahmen getapet, jeder ein individueller Entwurf von schwarz-weiß bis bunt. Die Entwürfe überzeugen, lediglich die Technik scheint nicht besonders alltagstauglich zu sein. Obwohl professionelle Folie aus der Folierung von Autos verwendet wurde lösen sich die Ränder der teilweise schmalsten Linierungen.

So, noch das Bier austrinken und dann geht es in die Halle. Auf der Galerie haben sich in erster Linie Designer von Radkleidung und Accessoires versammelt. Einige fallen mir besonders ins Auge, weil sie absolute Newcomer sind. SV Supervisionlab, ein Label aus der Schweiz mit Produktion in Vietnam. SV könnte somit auch für die beiden Länder Schweiz und Vietnam stehen. Die jungen DesignerInnen entwerfen Radkleidung für den Alltag und Trikotartige Outfits aus Recycling-Materialien. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, der Welt einigen Abfall zu ersparen. Das Ziel ist eine Zero Emission Produktion. Die Schnitte unterscheiden sich von den klassischen Trikots. Minimal Design mit gezielt gesetzten grafischen Elementen; ein Modell erinnert nicht nur durch das Material an Neoprenanzüge, sondern auch durch den ungewöhnlichen Schnitt. Alle Modelle sind in klassischem Schwarz oder hellem Grau gehalten. Ich entschließe mich eine Hose zu probieren. Sollte sich das Bier des Openings bereits rächen? Das Material fühlt sich sehr angenehm an, die Hose sitzt wie für mich gemacht. Die Hosenbeine werden auf die für mich passende Länge umgeschlagen und die eingearbeiteten Reflektoren kommen zum Vorschein. Gekauft.

Am Stand von ERTZ fällt mir eine Laptoptasche ins Auge. Graue Leinenoptik, zurückhaltende Reisverschlüsse und Vortasche für Handy und Zubehör. Zusätzlich zu den Griffen gibt es einen Riemen zum Umhängen. Mir fehlt ein Bauchgurt (nicht für das Starterbier) damit die Tasche beim biken nicht verrutscht und 13“ reichen nicht. Kein Problem sagt Tamás Érces.  Sehen wir uns auf der Velo oder Cyclingworld, dann bringe ich Dir eine passende mit. Und der Preis? Mehr als akzeptabel und meine Sonderwünsche schlagen kaum zu Buche. Tamás kommt aus Ungarn und das nächste Label aus Prag. Zufall oder sollten wir zukünftig diese Länder im Blick behalten, wenn es um gutes Design geht. Braasi ist noch ein für mich neues Label, zumindest im Original. Die Gurtoptik bei einigen Modellen ist nicht nur Design sondern ermöglicht das schnelle Verstauen unempfindlicher Gegenstände außenboards.

Weitere Zubehörlabels werden durchstöbert und am Ende der Galerie treffen wir auf I Bike Berlin und für mich eine neue Mütze. Die Blicke von der Galerie in die Halle machen schon neugierig. Die Fläche hat sich auch schon gut gefüllt, da die Messe nun auch offiziell geöffnet ist. Neben Rose-Bike und Canyon sind aber auch die kleinen Labels wie Fern und Meerglas vertreten. Aber erstmal etwas essen, ein Bier und gute Gespräche. Vor der Halle sind Street-Food Stände angesiedelt und die Preise für das Essen und Bier sind zivil. Übrigens die Preise: kolektif fordert die Gaste beim Eintritt auf :pay what you wish

Meerglas ist kaum wieder zu erkennen. Waren auf der letzten BFS ausschließlich die Vintage-rahmen mit den klassischen Muffen zu sehen, zeigt das Label hier Urban und Tourrahmen mit moderner Geometrie. Rose hat das Gravel und das neue CPTL mitgebracht. Für diejenigen, die mit der szenischen Schreibweise ohne Vokale noch nicht so vertraut sind sei CPTL übersetzt in Capital (engl. Residenz, Metropole); also ein Urban-Bike, leicht, wendig, schnell, aber mit Anbaumöglichkeiten für Schutzbleche und Fahrradtaschenbügel.  Mit der TapeArt kommt der Rahmen auffällig daher aber wie schon geschrieben die Belastbarkeit der Folien muss sich noch zeigen.

KolektifBF012Ein „Muss“ für mich ist natürlich immer Brooks. Besonders herausgestellt wurde auf dem Stand der Cambium C13 All Weather in grauweiß. Bei aller Liebe zum klassischen Rahmen und dem Brooks Ledersätteln, der Cambium ist ein hervorragend designter Sattel mit optimalen Fähigkeiten. Seine Elastizität ist beispielhaft. Eine Ruhepause im ganzen Trubel bietet Ass Saver. Hier kann man gegen eine Spende seinen individuellen Ass Saver gestalten. Das Ausmalen der vorgegebenen Netzstruktur mit farbigen Markern entspricht gerade meinen kreativen Fähigkeiten zu dieser vorgerückten Stunde. Farbig geht es auch bei Frisch zu. Neben Pullovern, Hemden und Blusen fallen auf dem Stand vor allem zwei Artikel ins Auge: Vintage Radtrikots und Radjacken. Bei den Trikots bietet Frisch originale Wolltrikots in einer großen Auswahl an. Die Radjacken aus gewalkter Wolle in spannenden Farbkombinationen bieten ein schönes Bild und einen wohltuenden Gegensatz zu zu den bekannten Funktionsjacken aus High-Tech-Materialien.

Ich glaube, ich habe bei meiner Auswahl noch einige wichtige und innovative Labels vergessen aber dafür ist 2020 noch Raum. Denn eins ist für mich klar. Das Konzept trägt, schließt an alte BFS-Traditionen an und die Macher von kolektif sollten ermutigt werden weiter zu machen.

Keine Zeit blieb für uns an diesem Abend und am ganzen Wochenende für die Races von Last Man Standing über Girls Ride bis zum Lastenradrennen.  Wir verzichten auf das Abschlußbier und machen uns auf den Weg; Alex von Bike Citizens standesgemäß mit dem Bike, wir mit der Tram. Es ist wirklich zu wünschen, dass der Saisonstart auch 2020 wieder von der kolektif bike fair in Berlin gemacht wird.

 

 

 

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