Waiting for the train

Ich sitze mal wieder auf einem Bahnsteig und warte auf den Zug. Wie so oft seit Ende 2015 tue ich das nicht allein. Bei mir ist mein Brompton. Im November 2015 habe ich mich entschieden meine Mobilitätswünsche zukünftig ohne eigenes Auto zu erfüllen: Bahn, Bus, Carsharing und – natürlich – Rad. Für den täglichen Weg zur Arbeit hatte ich mir bereits vor längerer Zeit ein gebrauchtes Gazelle -natürlich Damenrahmen- angeschafft. Nur für unterwegs, für die Wege in den anderen Städten zwischen Bahnhof und Tagungsort oder Hotel war ich auch bei schönstem Wetter auf den ÖPNV angwiesen. Nicht nur das die Wege manchmal umständlicher wurden, sie waren oft auch langweilig. Rein in den Untergrund, raus aus dem Untergrund – und die Stadt dazwischen? Black-out.

Weder Rennrad noch Hollandrad waren die Alternative. War das Gazelle zwar für alle Wetterlagen geeignet aber zu schwer, so wollte ich mein Raleigh Elan nicht mit Schutzblechen und Schloss verunstalten. Und beiden gemeinsam war, das ich bis heute nicht verstanden habe wie ich für mein Bike ein Handy-Ticket buche. Darüber hinaus fällt bei Fahrradmitnahme der ICE gleich aus dem Programm (beim Flieger wirds dann ganz umständlich, aber dazu später mehr).

Eine andere Lösung musste her. Falt-oder Klappräder gelten als Handgepäck und werden nicht nur kostenlos transportiert sondern sie dürfen auch in den ICE.

Bei dem Begriff ‚Klapprad‘ wurde mir jedoch ganz anders. Mir kamen sofort die Bilder aus den 70er Jahren wieder vor Augen, 20 – 24 Zoll-Räder, poppige Farben im Style der Zeit oder edles Pastellmetallic. Große Rändelräder in der Mitte des Rahmens, auf dem Lenker und manchmal noch an der Sattelstütze. Ach ja, nicht die Weißwandreifen vergessen.

Zusammen zu klappen waren sie meistens nur einfach in der Mitte, Fixierung Fehlanzeige. Mir kamen ältere Ehepaare in den Sinn, Sie mit Dauerwelle und fürs Radfahren zu eng sitzendem Rock, er im Karo-Jumper. Entschuldigung, in diese Kategorie möchte ich nicht!

Mittlerweile hatten sich die Klappräder jedoch zu Falträdern mutiert. Ihr Packmaß hatte sich deutlich reduziert und man musste nicht gleich alle Kleidungstücke in die Reinigung bringen, nachdem das Rad gefaltet und verstaut war. Neben Billigfabrikaten, die immer noch mehr Klapp-als Faltrad sind (Klappräder klappern, das sagt ja schon der Name, wurde ich aufgeklärt), gab es einige ernstzunehmende Fabrikate mit mehr oder weniger high-tech-Komponenten vs Kult.

Warum meine Wahl dann auf das Brompton fiel ist dann eine andere Geschichte.

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