German Foldingbikeopen Bremen 2019

Bremen, the city of the folded wheel it could meanwhile named. For the fourth time, the German Foldingbike Open took place on June 16, 2019 in the ramparts. The BrompteamOS arrived this year with seven participants. The race is open for all folding bikes. Prerequisite is only an imaginative clothing. The organizing team around Stephan and Jens had staged a perfect racing atmosphere again this year.

 

Bremen, die Stadt des gefalteten Rades könnte man sagen. Schon zum vierten Mal fand das German Foldingbike Open an und in den Wallanlagen statt. Falten oder klappen, das ist hier nicht die Frage. Zugelassen sind seit Jahren alles was faltet, klappt oder steckt. Voraussetzung ist eher ein fantasievolles Outfit. Auch in diesem Jahr hatten sich wieder über 100 Freunde der kleinen Räder eingefunden um sich zu messen oder einfach nur dabei zu sein. Zwar geht es im Hauptrennen und bei den Sprints um Geschwindigkeit aber viele Teilnehmer fahren auch einfach nur mit, um die schöne Atmosphäre zu erleben. Wie immer säumen zahlreihe Besucher die Strecke und feuern die Fahrerinnen und Fahrer an. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit.

Nachdem ich vor vier Jahren noch allein aus Osnabrück angereist war hat sich mittlerweile ein ganzes Team gebildet. BromTeamOS and Friends startete in diesem Jahren mit sieben Fahrerinnen und Fahrer. Der Name rührt daher, das die Keimzelle von ein paar Brompton-Owner gebildet wurde zu denen sich schnell Besitzerinnen anderer Marken und Techniken gesellten.
Früh am Sonntagmorgen trafen wir uns am Bahnhof in Osnabrück zur gemeinsamen Anreise und mentalen Vorbereitung auf den Renntag. Neben drei Brompton hatten wir auch Exoten wie eine Stella und ein HWE mit Rechteckrohrrahmen dabei.
Die kurze Strecke vom Bahnhof in Bremen zur Rennstrecke an den Wallanlagen wurde zum Warmfahren genutzt und auf der Start-/Zielgeraden angekommen wurden wir gleich von Stephan Menke als Stadionsprecher begrüßt.

GFBO-AusKl027Es ist schön zu erleben, das BrompTeamOS wie andere Teams schon zum festen Bestandteil gehören. Die große Anzahl der Mehrfachtäter zeigt sich in den herzlichen Begrüßungsszenen. Zügig werden auf einer Biertischgarnitur das Fahrerlager eingerichtet, die Startnummer abgeholt und die Räder präpariert.


Uwe Schellhas ist mit seiner Stella schnell in Interviews verwickelt. Wenn man mit ihm zu einer Veranstaltung fährt, die mit Fahrrädern zu tun hat, braucht man keine Angst haben, selbst mit neugierigen Fragen belästigt zu werden. Uwe hat entweder das älteste Fahrrad oder wie hier eine exotische Variante eines Klapprades. Die Stella sieht allerdings auch aus wie ein zu heiß gebadetes Campingrad und Uwe muss sich das ein oder andere Mal fragen lassen, welchem Nachbarskind er das Rad geklaut hat.
Da meine Frau die Fotografinnenaufgabe übernimmt, habe ich die Wahl zwischen dem HWE und dem Brompton. Schalten oder nicht schalten heißt nun die Frage. Das HWE (Heidemann Werke Einbeck), ein echter Niedersachse somit, verfügt über einen Rahmen aus Rechteckrohren und einer Zwillingsgabel im Bonanza-Rad-Stil, ist aber puristisch klassisch mit nur einem Gang ausgestattet. Mich packt dann doch der Ehrgeiz und ich wähle das 6-Gang Brompton. Das HWE muss somit noch auf seinen Renneinsatz im September auf der Kalmit warten.
Mit kurzweiligen Plaudereien überbrückt Stephan als der Mann mit dem Mikrofon die Zeit bis zum Start. Zuvor wird noch eine Streckenrunde zum Kennenlernen der leicht modifizierten Rennstrecke gefahren. Dann heißt es aufstellen zum LeMans-Start. Für manche schon die erste Hürde: gerade Startnummer auf der rechten und ungerade Startnummer auf der linken Seite. Die Startblöcke sind wie immer auf der Straße markiert. An dieser Stelle sei ein Einschub zur Orga gestattet. Stephan und Jens haben als Hauptorganisatoren wieder mal alles perfekt vorbereitet. Eine perfekte Rennatmosphäre ist wieder „Am Wall“ gezaubert und scheinbar ohne Stress und mit guter Laune managen sie die Veranstaltung. Nur der Wechsel der T-Shirt Farbe von Braun auf Grün zeugt bei Jens zwischenzeitlich davon, dass es nicht ganz ohne Schweiß und Aufregung abgeht. Jungs, keine Panik. Ihr habt wieder alles perfekt im Griff.
Der Countdown läuft. Fahrerinnen und Fahrer stellen sich gegenüber ihrer gefalteten, geklappten oder geteilten Räder auf und zählen gemeinsam runter: zehn, neun, acht … Die Klappraduser haben noch ein Luftballon in der Hand, den sie aufblasen müssen … fünf, vier, drei … manche Räder lassen sich nach 50 – 60 Jahren intensiver Nutzung nicht mal mehr klappen und liegen startbereit auf dem Asphalt … zwei, eins, go.

Alle laufen zu den Rädern. Nun zeigt sich der Profi. Es zählt jetzt wer häufig gefaltet hat, sein Rad im richtigen Winkel zur Startposition aufgestellt und genügend Platz zum Nachbarn einkalkuliert hat. Die ersten rollen schon und ich kurbel noch an der letzten Clamb. Aufs Rad und los. Jetzt schnell aus dem Pulk herausfahren um sich Freiraum zu schaffen. Noch sehe ich die Eine oder den Anderen aus meinem Team dann sehe ich nur noch die Strecke und die Räder vor mir, die alle versuchen die erste Kurve möglichst ohne Geschwindigkeitsverlust zu nehmen. Die ersten zwei Drittel der Strecke sind bekannt. In der Kurve gegenüber dem Steigenberger fahre ich die Linie aus um nicht im zu spitzen Winkel auf den Pflasterwechsel zu kommen. Eigentlich Meter die zu Verlusten führen aber die 2 cm Bordstein veranlassen die Konkurrenten zu Bremsmanövern, die mir ein paar Zentimeter Vorteil verschaffen. Weiter geht’s um den Teich herum. Wie jedes Jahr peitscht mir in der nächsten Kurve ein Zweig ins Gesicht aber der auf der Ideallinie fahrende kennt keinen Schmerz. Wer klingelt da hinter mir um ein Überholmanöver anzukündigen? Die nächste Kurve vor dem Einbiegen in die Straße „Am Wall“ erfordert Aufmerksamkeit. Schotter, kaum sichtbarer Bord und Pflaster. Nun bloß niemanden um sich haben, der meint in dieser Phase überholen zu müssen! Ein kurzes Stück geht es geradeaus und dann wieder abbiegen in die Wallanlagen. Eine kurze Abfahrt nach der 90°-Kurve muss genutzt werden um Schwung für den kurzen Anstieg zu holen. Ein Schaltfehler und kostbare Sekunden sind verloren. Einbiegen auf die Zielgerade. Hier stehen die meisten Zuschauer und verrichten einen guten Job: vom ersten bis zur letzten wird jeder bejubelt und angefeuert. Auf der Ziellinie sind Fuhrten eingerichtet und hier heißt es die Lücke zu finden, die gerade im Ankunftsmoment frei wird. Wer streicht am zügigsten ab? So spät wie möglich bremsen und die Pedale in der richtigen Stellung zum Durchstarten.

Runde für Runde optimiert sich die Linie, die Schaltpunkte sitzen exakter und den Teamkollegen begegne ich seltener. Das Feld zieht sich auseinander. Ich werde überholt überrunde aber auch. In der Dritten oder vierten Runde nehme ich mir vor das nächste Mal doch einen Getränkehalter zu montieren. Als hätte Jens meine Gedanken gelesen, steht er hinter der Ziellinie und verteilt Wasserbecher. Hastig austrinken und wie in alten Tour de France Filmen den noch leicht gefüllten Becher an den Straßenrand werfen. Keine Angst, alle Becher werden von den Helfern wieder eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt. Runde sechs. Überholt Nicola mich zum ersten oder zweiten Mal. Runde acht. Der Tritt ist nicht mehr so rund, die Schaltpunkte treffe ich nicht mehr so exakt und die Kurve vor dem Theater wird auch nicht mehr in der Ideallinie gefahren. Aber auf der Zielgeraden kann ich nochmal wieder Meter gut machen. Wieviel Runden schaffe ich noch in der vorgegebenen Zeit? Eine? Zwei? Nach der nächsten Runde wird das Signal zur „last curcuit“ gegeben. Noch eine Runde, in der ich versuche nicht überholt zu werden und auf der Zielgeraden nochmal ordentlich in die Pedalen trete. Ziel. Geschafft. Ich lasse es ausrollen und gehe zurück zum Fahrerlager. Nicola ist schon da.
Jeder der ins Ziel kommt wird bejubelt. Auf dem Weg hab ich einen Stand mit Craft-Beer entdeckt. Das haben wir uns jetzt verdient. Mittlerweile hat sich das Team wieder komplett eingefunden.

Wir gehen zum entspannten Teil über, da niemand an den Sprintrennen Teilnimmt. Hier starten einige mit aufgepimmten Rädern. Ein Klapprad-Rider hat ein so großes Kettenblatt aufgezogen, das er aufpassen muss, nicht am Gullideckel hängen zu bleiben. Später erzählt er mir, dass ihm auf der Strecke wirklich eine Baumwurzel beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Er hat die Wurzel so ungünstig überfahren, dass er mit dem Kettenblatt kurzzeitig aufsetzte und es braucht wenig Fantasie sich vorzustellen, was passiert wenn die zügige Fahrt durch einen kurzen abrupten Stopp den Fahrer der Fliehkraft aussetzt.

Die Zeit bis zur Siegerehrung vergeht schnell mit netten Gesprächen und dem ein oder anderen Gang zum Craftbeer-Stand. Das letztere sollte sich noch rächen. Aus den Augenwinkel beobachte die Jungs von Swapfiets, wie sie einen Geschicklichkeitsparkur aufbauen. Nichts für mich denke ich. Ich muss nicht zur Belustigung des Volkes beitragen. Doch es soll anders kommen. Der erste und zweite des Rennens ist inzwischen in einem Finale ermittelt. Dann lüftet Stephan das Geheimnis um den Parcour. Aus den einzelnen Bewertungsgruppen Brompton/Faltrad und jeweils Frauen/Männer müssen noch die weiteren Plätze ermittelt werden. Dazu dient der Parcour, der zweimal durchfahren werden muss und dies nach Möglichkeit in der gleichen Zeit.

Es überraschte uns, das Anne (Frauen-Folding), Nicola (Frauen-Brompton) und ich (Brompton-Männer)in die Ausscheidung kamen. Gerade ich, der schon fürs Eier kochen immer einen Wecker stellt, weil ich kein Zeitgefühl habe. Und so ging es dann auch aus; zu kleiner Gang, das zweite Craftbeer zuviel und das nicht vorhandene Zeitgefühl brachten mich auf den verdienten zweiten Platz von Zweien.
Nicola durfte ein Brompton-Bag als Preis mitnehmen.

Die Preisverleihung mit den vielen Kategorien wurde mit viel Applaus begleitet. Langsam begannen die ersten Verabschiedungszenen und auch wir räumten unser FahrerInnen-Lager und machten uns auf den Weg zurück. Schön war‘s wieder. Vielen Dank auch an dieser Stelle an Stephan und Jens und schließlich: nach dem Foldingbike-Open ist vor dem Foldingbike-Open. 2020 we are come. Wenn alles läuft wie bisher sehen wir uns am 14. Juni 2020 wieder.

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