My Brompton

Ich hatte ja bereits berichtet, dass die Wahl des „Reiserades“ auf ein Faltrad gefallen ist. Wie ich dabei auf ein Brompton  kam, dazu ein paar Sätze. Wie schon geschrieben, hatte ich für die Radfahrten hier vor Ort schon ein umfangreiches Portfolio an Rädern: ein Hollandrad für den täglichen Weg in die Stadt, ein Rennrad für die Fitnessroute am Wochenende und das Mountainbike für Schlecht-Wetter-Matschfahrten. Doch in anderen Städten war ich auf Leihräder oder den ÖPNV angewiesen. Insbesondere der ÖPNV störte mich. Wir haben es immer noch nicht geschafft, mit einer App durchs ganze Land zu kommen. Die Anzahl der Apps die benötigt werden um in ganz Deutschland bei Privatreisen oder Dienstfahren ÖPNV-Tickets online zu kaufen erinnert doch sehr stark an die Kleinstaaterei vor der Weimarer Republik. Aber auch das Abtauchen in U-Bahnschächte störte mich. Wenn ich schon zwischen zwei Terminen wenig Zeit habe, so möchte ich als Planer doch etwas von der Stadt sehen, durch die ich fahre. Also musste eine andere Lösung her – ein Rad das im Zug mitgenommen werden konnte und zwar in allen Zügen. Falträder gehen als Handgepäck durch und fahren daher einschließlich ICE kostenlos (und ab 2018 bei der Deutschen Bahn) klimaneutral. Das ein oder andere Produkt war mir auf meinen Bahnfahrten ja schon begegnet. Auf kurzen Strecken im Regionalexpress sieht man schon mal das ein oder andere Schätzchen mit Kultstatus – Rixe oder gar Mifa in den Farben der Siebziger und unbequeme Campingräder in silbermetallic passend zu den Haaren der sie bewegenden Silver-Ager. Oder Klappräder diverser Hersteller die sich auch schon mal sich durch die Fahrdynamik des Zuges auseinenanderfalten und zu hektischen Auffangbewegungen ihrer Besitzer führen. In den Fernzügen hingegen begegneten mir dann die Modelle von Dahon, Tern und Brompton, bei denen man Rad und Besitzern ansah, das sich beide fürs Fernpendeln gefunden hatten. In dem Testbericht einer Radzeitung wurden die Vor- und Nachteile dieser Commuter beschrieben. Nun bin ich nicht der Mensch, der bei Dingen, die mir neben der Funktion auch noch Spaß bereiten sollen ausschließlich auf technische Daten schielt.

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Also viel die Wahl sehr schnell auf ein Brompton. Die ausschlaggebenden Gründe waren der unschlagbare Faltmechanismus, das Packmaß und – der Kult. Wenn man sich im Netz über Brompton informiert, stößt man sehr schnell auf diverse Seiten, die über den Kult zu diesem Rad berichten. Brompton-races im entsprechenden Outfit, Zubehör in allen Formen, Tuning in Titan und diverse Blogs für die Brompton-Community begeisterten mich. Die Versuche ein gebrauchtes Exemplar zu akzeptablem Preis zu erhaschen habe ich sehr schnell aufgegeben. Insbesondere nachdem ein Exemplar in den Niederlanden mir angeboten wurde, der Termin dann immer wieder verschoben wurde und zuletzt der Verkäufer nicht mehr antwortete. Ein Blick in entsprechende Portale zeigte dann, das ein Brompton ein begehrtes Diebesgut darstellt, dass dann über Plattformen wie Ebay oder Marktplaats international verkauft wird. Das Thema „gebrauchtes Brommi“ war damit erledigt. Also einen Fachhändler in der Nähe suchen. Dabei stieß ich auf Drahtesel in Münster. Auf einem Nachmittag mal eben rübergefahren entstand nach wenigen Metern der Probefahrt ein Gefühl von „das ist Meins“. Wenn ich dann erstmal Feuer gefangen habe, gibts auch kein Zurück. Die Gespräche über das Rad und der Service stimmten auch. Blieb nur noch die Qual der Farbwahl. Schnell konnte das aber auch entschieden werden, nachdem mir das Sondermodell „Black Edition“ in limegreen vorgestellt wurde. Im Endeffekt war es dann die Falttechnik des Profis Brompton mit der Farbanleihe der 50er.

Mittlerweile hat mich das Rad auf diversen Zugreisen und im Flieger begleitet, sind mehrere Brompton-Races mit mittlerer Platzierung bestritten worden und haben sich nette Bekanntschaften unter Brompton-FahrerInnen ergeben. Mehr zu den Aktivitäten später.

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