Le Velo – DAS Fahrrad!?

Summary: Le Velo – THE bike !? THE bike certainly does not exist. Too varied are the tastes, the techniques and the personal requirements. A few months ago I visited Hamburg and of course LE Velo. Therefore, the wheels are carefully disassembled, repaired and preserved. The frame is covered with a clear coat to stop the aging process, which is usually called ‚rust‘ in the case of exclusive steel frames. With this device, Le Velo has developed its own vintage style, which makes the wheels of the forge of Senad Sarac recognizable. A trip to the shop of Le Velo on the next visit to Hamburg.

DAS Fahrrad gibt es sicher nicht. Zu vielfältig sind die Geschmäcker, die Techniken und die persönlichen Anforderungen. Aber von Beginn an. Wir waren mal wieder in Hamburg und hatten mit dem 25hours Hafencity in zweierlei Hinsicht die hervorragende Ausgangsbasis für eine Radtour durch Hamburg gewählt. Erstens bildet es den optimalen Startpunkt für die Themen Wasser und Stadt und zweitens gibt’s mit den Leihrädern von Schindelhauer eine hervorragende pedale Basis.

Das Wetter verwöhnte uns ebenfalls mit strahlend blauem Himmel. Durch Hafen und Speicherstadt ging es hinüber in die Innenstadt, um die Binnenalster herum und zurück Richtung Große Bleichen. Für die Kaffeepause und das obligatorische Stück Kuchen hatte ich einen Fahrradladen im Auge, bei dem das schöne Wetter fast hinderlich ist, da er in einer Passage liegt.

Le Velo – Senad Sarac hat einen selbstbewussten Namen für sein Unternehmen gewählt. Bevor wir in das Hanseviertel einlaufen noch ein Abstecher zu Ladage & Oelke am Neuen Wall. Der exklusive Herrenausstatter hat schon einige schöne Räder von Le Velo ausgestellt. Alle Tische in der Sonne sind leider besetzt. Also weiter ins Hauptgeschäft von Senad im Hanseviertel. Zu meiner Studienzeit, der Hochzeit der Postmoderne war das Hanseviertel ein fester Bestandteil jeder Studienexkursion nach Hamburg. Heute stellt man zwar immer noch sorgfältige Detailarbeit durch Von Gerkan, Marg und Partner fest, aber der Stil der Passage aus 1980 zeigt doch, dass die Postmoderne eine Übergangsphase der Architekturgeschichte darstellt, die zu Recht nicht weitergeführt wurde.

Mitten im Herz dieser Einkaufmall finden wir den Vintage Bike Store von Senad Sarac und hervorragenden Kaffee und verführerischen Kuchen. Was ist nun das Besondere an den Rädern von Le Velo. Senad restauriert/renoviert schon seit längeren Fahrrädern in seinem im eigenen Stil. Er erweckt Drahtesel aus allen Epochen wieder zum Leben. Meist haben die Räder schon ein intensives Leben hinter sich, wenn Senad sich ihrer annimmt. Er will sie aber nicht überrestaurieren. Sie sollen hinterher nicht wie ‚Ladenneu‘ aussehen.

Deshalb werden die Räder sorgfältig zerlegt, repariert was zu reparieren ist und die Substanz konserviert, d.h. der Rahmen wird mit einem Klarlack überzogen um den Alterungsprozeß, der bei den ausschließlichen Stahlrahmen in der Regel ‚Rost‘ heißt, gestoppt. Teile die fehlen, werden entweder zeitgenössisch ergänzt oder wenn so gar nichts passendes aufzufinden ist, auch angefertigt. Hierbei wird aber dankenswerter Weise nicht originalgetreu nachgebaut was eigentlich nicht mehr da ist, sondern Senad fertigt nach eigener Phantasie die passenden Teile, die durchaus auch mal die maritime Nähe atmen. Mit diesem Mittel hat Le Velo einen eigenen Vintage-Stil entwickelt, der die Räder aus der Schmiede von Senad Sarac wiedererkennbar machen. Viele Produkte sind mit den cremefarbenen Reifen ausgestattet, der nicht so recht zum Hamburger ‚Schietwedder‘ mancher Monate passen mögen.

Die Kunden reisen teilweise weit an, um sich einen Rahmen aufbauen zu lassen oder aus der stattlichen Auswahl das Passende für sich auszusuchen. Seine Arbeitsweise und die Meisterstücke sind auf Kalendern und in einem Buch von Le Velo dokumentiert. Ich hatte Senad bereits vor zwei Jahren kennengelernt, als ein Modehaus in Oldenburg eine Auswahl der Räder als besondere Dekoration zwischen den Produkten präsentierte. Ein kurzer Schnack zwischen zwei Espressi über seine Arbeitsweise rundet den Nachmittag ab.

Wenn ich auch absolutes Verständnis für Senads Auffassung habe, die Räder nicht mit neuem Lack und hochpolierten Teilen auszustatten, gewöhne ich mich nicht an Klarlack und teilweise fremdartige Details, wo das Original fehlte. Aber es gibt es eben nicht DAS Rad und damit auch nicht DEN Restaurierungsstil. Wichtig ist es doch, das möglich viele Räder erhalten bleiben und von der wechselvollen Geschichte des Fahrrades berichten.

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